Wer hat Angst vorm Banning - Bastian Atzger

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Online Marketing
Wer hat Angst vorm Banning?

Facebook, Twitter, Instagram und neuerdings auch TikTok und Parler – in weniger als 15 Jahren haben es diese und andere Social Media Plattformen geschafft, nicht nur unser aller Privatleben zu beeinflussen, auch für viele Unternehmen, Vereine und Parteien sind diese Netzwerke zu einem zentralen Kommunikationsmittel geworden. Auch, wenn gerade in Deutschland nur wenige wirklich in der Lage sind, deren strategische und wirtschaftliche Möglichkeiten voll auszunutzen.

Doch was geschieht, wenn ein Account in diesen Netzwerken vom Anbieter deaktiviert wird? Mediale Aufmerksamkeit erregte die Blockierung von Donald Trump bei Facebook sowie Twitter Anfang Januar 2021. Dies geschah alleine aufgrund interner Entscheidungen in den Netzwerken selbst und verdeutlichte eines: Die Netzwerke, die für viele zur täglichen Kommunikation gehören, sind kein unterhaltsames Gemeingut, sondern Plattformen privater Unternehmen mit dem Recht, jeden willkürlich zuzulassen und zu sperren.

Wenn Netzwerke das Licht ausknipsen

Im Fall von Donald Trump verschwand von einer Sekunde auf die andere eine Gefolgschaft von 88,7 Millionen Konten. Für eine Personenmarke wie Trump ein immenser Verlust. Doch auch auf niedrigerer Ebene werden Konten gesperrt. Influencer, die auf Instagram ihre Posts nicht ordentlich als Werbung bezeichnen, können ebenso binnen Sekunden ihre gesamte Einkommensquelle verlieren.

Dabei muss es nicht einmal ein vollständiger ban sein, der einen User vom Netzwerk abschneidet. Das Löschen eines Kanals ist immerhin die brutalste und endgültigste Art, einen ungeliebten Nutzer loszuwerden. Eine subtilere Art ist das shadow banning, bei dem es sich, vereinfacht gesagt, um das stummschalten eines Kontos handelt. Der Nutzer erfährt davon nichts, kann weiter alles lesen und kommentieren, nur sehen andere Nutzer nichts von ihm. Wer sich also wundert, dass auf Kommentare und Postings keine Reaktionen kommen, der ist möglicherweise von seinem Netzwerk buchstäblich in den Schatten gestellt worden.

Großkonzerne suchen deshalb schon länger nach Wegen, unternehmensfremde Plattformen zu umgehen. Egal ob Restaurantketten wie McDonald’s oder Burger King oder Einzelhandels-Riesen wie Aldi und Edeka, sie alle versuchen mit eigenen Apps das Interesse der Kunden auf Kanäle zu legen, in denen sie allein die Hoheit haben. Auch Donald Trump arbeitet wohl bereits an einer Lösung, so kursieren bereits Vermutungen von einer Fan-App bis hin zu einem eigenen Nachrichtennetzwerk.

Die Kleinen müssen eigene Wege gehen

Unsereins wird jedoch wohl kaum die Möglichkeit haben, für ehrenamtliche oder unternehmerische Botschaften ein eigenes Netzwerk ins Leben zu rufen. Aber auch bei noch funktionierenden Soviel Media Accounts sollte man nicht vergessen auch andere Kanäle zu bedienen. Deshalb abschließend ein paar Tipps aus der Praxis, wie man auch ohne Soziale Netzwerke, oder auch parallel dazu, Follower generieren kann.

  • E-Mail Marketing: Bauen Sie sich einen Verteiler für einen professionellen Verteiler auf, setzen Sie nicht nur aufs Verkaufen sondern auf interessanten und informativen content und spamen Sie nicht. E-Mails galten lang als out, doch während der Wahlkämpfe von Donald Trump 2016 und Sebastian Kurz 2017 zeigte dieses Instrument seine Relevanz.
  • Teilen Sie Ihre Expertise online und offline: Posten Sie Videos bzw. Videoblogs mit interessantem Inhalt auf Ihrer Webseite, Sprechen Sie (sobald es wieder geht) auf öffentlichen Veranstaltungen und Messen, positionieren Sie sich als Experte (aber nur wenn Sie wirklich über einen Mehrwert verfügen)
  • Setzen Sie auf mediales Interesse: Kreieren Sie neue, emotionale oder spannende Nachrichten. Schreiben Sie keinen überlangen Pressetext vor, sondern seien Sie bzw. Ihr Angebot selbst die Nachricht.
  • Netzwerken Sie: Aber Achtung, man vernetzt sich am besten mit gemeinsamen Inhalten, Zielen oder Beschäftigungen.

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